wir waren museum

  

tatsächlich war ich in den letzten zwei wochen sogar zweimal im museum. einmal mit den 6-klässlern und alles war scheiße, und richtig langweilig, überhaupt war kunst noch nie spannend und lieber wollte der redensführer sowieso schlafen und mindestens sein geld zurück und die nette museumspädagigin war irgendwann auch etwas entsetzt und wollte ihn bei der kassen-frau abgeben. am ende hat er bei dem druckworkshop noch echt schöne drucke gemacht, aber doof und langweilig wars trotzdem. und die mädchen der klasse waren sowieso hauptsächlich mit rumzicken und lästern beschäftigt, eine trägt nämlich gelbe schlüpfer und die andere hat ein total peinliches handy-model und eine ist doch tatsächlich eine “hurentochter”, das sollte auch gleich der ganze s-bahn-wagon wissen. auf dem rückweg hat noch einer “nur seine beine ausgestreckt”, was ich missverständlicherweise als handstandsversuch deutete und dann gleich mit dem handy bei seiner mutter angerufen habe um sie über die athletischen künste ihres sohnes zu informieren. das war natürlich voll übertrieben reagiert von mir, – wahrscheinlich wusste sie einfach schon längst, was ihr kind so kann. trotzdem hat er mir nach viel hin und her diskussion und weiteren anrufen zuhause regeln augeschrieben, wie er sich in der schule und bei ausflügen verhält (in zukunft- hoffentlich). am wichtigsten ist denke ich Regel Nr. 10, die gilt natürlich fürs museum (in der schule haben wir keine secoritis):

ich glaub am anstrengensten ist die pubertät für die leidenden selbst.

aber ich war auch mit der 5. klasse im museum und es war wirklich schön. sehr aufregend war es auch mal wieder. sowohl für mich, als auch für die interessierten, aufgeschlossenen und sehr kunst-begeistertetn jungen leute. es ging um räume als spielräume, kunsträume und künstlerische räume, um raumerfahrung und raumerlebnis und die kinder waren voll dabei, haben sich super auf die kunst eingelassen, gezeichnet und fragen gestellt und freiwillig diverse kryptische notizen gemacht.

und am ende haben sie auch viel gelernt und fanden vieles gut:

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das leben in berlin (2. teil)

letztes jahr schon, mit meiner jetzt 6. und damals 5. klasse habe ich die stadt/land-differenzen am beispiel eines vergleichs von berlin und senzig (kleiner ort in brandenburg) behandelt. die tabellen, die die jungen leute damals angelegt haben, bezogen auf das leben in berlin waren sehr erhellend und hoch interessant und außerdem äußerst anregend im unterricht. letzte woche habe ich das gleiche mit meiner jetzigen 5. klasse gemacht und ihre sicht auf ein leben in berlin ist  von ganz anderen aspekten geprägt. am meistem gefürchtet sind in dieser klasse “kinderklauer”, die einen dicken minuspunkt für ein leben in berlin darstellen und in vielen tabellen auftauchten.

hier folgt nun eine auswahl der besonders anregenden und nachdenklich stimmenden sichtweisen meiner schüler/innen.

 

hier drin ist die sicht einer zukünftigen stadtplanerin oder architektin vertreten:

warum eigentlich keine zwillingstürme? fernsehturm ist ja schön und groß, vielleicht könnte man da einfach noch einen daneben setzen als fernsehzwillingstürme.

hier schreibt eine besonders gesellschaftskritischen jungen dame:

und das hier ist mein lieblings, von einer besonders smarten, weitsichtigen schülerin die auch die feinen nuancen wahrnimmt und einen differenzierten blick hat. das wetter in berlin ist nämlich nicht immer voller sonnenschein oder immer schlecht!

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kunstkritik

auf den punkt gebracht:

 

und wer verdient ein solches lob?

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gestern

gestern war das wetter eindeutig netter als heute und hat mich fast mit der kälte versöhnt, aber nach dem heutigen tag kann nun echt der frühling kommen. hof-pausen-aufsichten sind auch um vieles erträglicher, wenn es keine eisbrocken zum schmeißen gibt.

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geniestreich

dies ist eine mittlerweile schon ein jahr alte arbeit von einer meiner ehemaligen sechstklässlerinnen, die mir aber immer noch herzenswärme und freude schenkt.

“damals” haben die jungen leute bilderbücher entwickelt, in denen sie ihre/n “künstlerpaten/in” in irgendeiner weise in die geschichte einfließen lassen sollten. das hier ist zwar nur das ende einer recht wirren story, aber das kunstzitat ist umso deutlicher und besonders treffend.

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freunde zum ausmalen

kann man auch mit freunden zusammen ausmalen!

oder für freunde ausmalen oder von freunden ausmalen lassen.

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geheimschrift

 

das leben in und mit einer 6.klasse ist ziemlich schwierig. für lehrer(innen) und vor allem natürlich für schüler(innen),  inbesonders wenn man sich nicht rechtzeitig gegen pubertät hat impfen lassen. von meinen schüler(innen) hat das anscheinend kaum jemand getan. viele haben daher in ihren pubertären köpfen nur noch pubertäre gedanken, was mich wiederum vor die herausforderung stellt, den unterricht vor-/früh-pubertätsgerecht zu gestalten. dabei darf man aus rücksicht auf ihr befinden auf gar keinen fall mehr das wort “gefühle” benutzen, egal in welchem zusammenhang, denn dann bekommt immer irgendjemand in der klasse “gefühle” zumindest nach laut-gebrüllter auskunft von irgendwem anders “iiiiihhhhhh …….. bekommt gefühle!” gefühle sind was widerliches! letzte woche musste das unterrichtsgespräch wegen irgendwelcher sackläuse unterbrochen und als ich mit den jungen menschen einen film über und zu max ernst und seiner kunst gesehen habe ist mir auch endlich mal aufgefallen, dass max ernst nahezu ausschließlich skulpturen von titten und anderen wahnsinnig versauten sachen hergestellt hat. glücklicherweise sind die pubertierenden aber nicht prüde. und unterhaltsam sind sie in der tat auch. und neulich haben wir/die geheim-schrift-zeichen erfunden und mit feder und tusche gezeichnet und geschrieben und dabei sind sie in ein nahezu meditatives schweigen versunken und waren kurzzeitig von ihren pubertären leiden geheilt, oder sie konnten sie endlich mal niederschreiben.

hier landen glaub ich aliens auf einem hügel.
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